Aktuelles aus der Gemeinde

Gedanken zum Corona-Virus in Steina, einem Dorf in der Westlausitz

Corona hat alles auf den Kopf gestellt. Seit langem Vergessenes oder niedagewesenes ist zu beobachten. Eine lange Schlange vor dem Bäckerladen. Was gibt es denn da zu kaufen? Ein alter Begriff taucht auf: "Das tägliche Brot". Auf einmal hat ein selbstverständliches Wort eine neue Bedeutung.   

Plötzlich denkt man: Was wäre, wenn die für die unabdingbaren Dinge im Leben notwendigen Personen für Wasser, Essen, Gesundheit, Abwasser und Müllentsorgung nicht mehr da wären? Wir haben ein Dach über dem Kopf, wir haben es warm. Auf einmal entdecken wir die Bedeutung menschlicher Wärme und Nähe, jetzt, wo sie uns coronabedingt fehlt, fehlen muss. Uns wird klar: Die Hilfe durch die Nachbarn ist etwas ganz Wertvolles, erscheint in einem neuen Licht. Wir freuen uns auf das nächste Zusammensein. Vielen von uns wird klar, wie sehr wir es vermissen. Das Hexenfeuer, das Weihnachtsbaum-Brennen, das Zusammenkommen im Verein: Es fehlt uns, wir warten darauf. Deutlich wird mir jetzt auch, wie wohl ich mich hier in Steina fühle, geborgen.   

Für die nächste Feier im Dorf sollte der Bürgermeister verfügen, dass zum Anfang ein Lied von Milva gespielt wird: "Hurra, wir leben noch".  

Wir halten zusammen.   

Dr. Eduard Westreicher 
1. stellv. Bürgermeister der Gemeinde Steina